Infobörse 2020 – Nachlese

Am 26. September fand die 14. Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen statt. Aufgrund der besonderen Umstände dieses Jahr gab es neben dem Programm vor Ort auch ein digitales Programm. Herzlichen Dank an die vielen Akteure, die sich Zeit genommen haben, bei diesen Formaten dabei zu sein. Wir wünschen viel Freude beim Durchstöbern dieser Seite! Wir zeigen hier Eindrücke von der Vor-Ort-Veranstaltung sowie die digitalen Beiträge, die für die 14. digitale Infobörse produziert wurden. 

"Wir dürfen stolz sein, dass sich Frankfurt schon so lange mit gemeinschaftlichem Wohnen beschäftigt und mit der Infobörse schon auf so etwas wie eine Tradition zurückschauen kann" Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen.

Aufzeichnung der Vorträge und der Diskussion von der Infobörse


Weitere Eindrücke von der Infobörse im Dezernat Planen und Wohnen

Otmar Hitzelberger von der Projektgruppe GoN zeigt in einem kleinen Film Impressionen von der Infobörse. Den Film finden Sie hier.

Bei dem Programmpunkt “Fachleute im Gespräch” dikutierten die Architekt*innen Antje Riedl, Henrik Schoop und Klaus Korbjuhn über ihre Zusammenarbeit mit Wohnprojektgruppen und über die Architektur gemeinschaftlicher Wohnformen. Das Gespräch haben wir zum Nachsehen aufgezeichent:

 

Auf der 14. Infobörse haben sich zahlreiche Wohninitiativen und Projekte vorgestellt. Wir haben ein paar Stände auf der Messe besucht und mit Projekten in Frankfurt und aus der Region gesprochen.


Im Gespräch mit

… Wohnprojekten

Von der Findung der Gruppe, über den Weg an die passende Liegenschaft, bis hin zu Fragen über Konzepte, Rechtsformen und große Hürden im langen Prozess – wir haben mehrere Wohngruppen in den letzten Wochen besucht und sie nach ihren Erfahrungen gefragt. Was kam dabei raus? Seht selbst!


  • Ein Blick auf die Baustelle - BeTrift in Niederrad

    Warum mit Kleinfamilie in ein Projekt ziehen? Und was bietet eigentlich der Standort Niederrad?

    Die Gruppe BeTrift – ein Projekt der Wohngeno eG – baut in Niederrad. Wir haben mit dem Vorstand der Genossenschaft und zwei zukünftigen Bewohner*innen gesprochen. Erfahrt mehr über die Geschichte der Wohngeno, lernt den Schauspieler Andreas kennen und nutzt die Gelegenheit einen Blick auf die Baustelle zu werfen.

     

  • Wohnen mit Kindern auf dem Riedberg

    Ein begrüntes Zwischengeschoss, bunte Fenster und viel Leben – dafür steht das Projekt “Wohnen mit Kindern”.

    Auf dem Riedberg ist vor vielen Jahren ein Projekt entstanden, das sich im Stadtteil hervorhebt. Zwei Bewohnerinnen berichten vom Leben auf dem Riedberg und der Besonderheit des Projekts – die Arbeit in Eigenregie, das Zusammenleben der Kinder und die Gemeinschaft. Anonymes Wohnen adé!

  • Auf der Dachterasse von Fundament eG

    Im Ostend auf dem Naxosgelände stehen mehrere Wohnprojekte. Eins davon ist unter dem Dach der Genossenschaft Fundament entstanden.

    Zwei Bewohnerinnen erzählen uns von der Geschichte des Projekts, dem Zusammenleben im Haus und zeigen uns die Dachtterasse, den Gemeinschaftsraum und den grünen Innenhof.

    Das Projekt auf dem Naxosgelände ist seit Anfang an beim Netzwerk dabei und hat schon eine lange Geschichte hinter sich – und sicher auch noch vor sich! Seht selbst!

  • Acker am Hilgenfeld - Nest

    Die noch ganz junge Gruppe Nest nimmt uns mit ans Hilgenfeld, zeigt uns ihr zukünftiges Grundstück und erzählt uns, wie sie solidarisch zusammenleben wollen. Ein Baustein dabei ist ihre Rechtsform, das Mietshäuser Syndikat. Wir sind gespannt und freuen uns auf Sofakonzerte und frisches Gemüse vom Hilgenfeld!

     

     

     

Copyright Vermerk der Filmmusik:  All over now – GEMAfreie Musik von https://audiohub.de

 

… Fachleuten aus Architektur und Planung

  • Wie baut man für die Gemeinschaft?

    In diesem Filmausschnitt aus dem Video der Projektgruppe sonara spricht Architekt Klaus Korbjuhn über das Gestalten und Bauen gemeinschaftlicher Wohnformen.

    Das komplette Interview und den Film gibt es hier.

  • Die Zusammenarbeit zwischen Architekturbüro und Projektgruppen

    Was fragen Architekten Baugruppen in einem Erstgespräch? Hendrik Schoop erklärt uns, wie das Architekturbüro Meides Schoop mit Gruppen zusammenarbeitet.

  • acr plus – Architektin Antje Riedl

    Architektin Antje Riedl stellt das Bauprojekt “Unser Oberhof” vor. Hier entsteht im Bad Homburger Stadtteil Ober Erlenbach Raum für gemeinschaftliches Wohnen und öffentliches Leben mit Gastronomie und Erholungsorten. Der Film wurde von Oliver Lapp von 100 places  erstellt.


…weitere Videos und Hörbeitrage

Viele Projekte haben in den letzten Monaten Videos, Podcasts und Online-Präsentationen produziert, um auch in dieser Zeit andere von ihren Ideen zu begeistern. Eine Auswahl dessen finden Sie hier.

  • Kollektiv Leben in Griesheim - Kolle digital

    Die Gruppe Kolle ist momentan in der Planungsphase ihres Wohnprojekts, das in Frankfurt Griesheim entstehen soll. Im Oktober 2019 haben sie über das Konzeptverfahren den Zuschlag für die Schöffenstraße bekommen, seitdem wird fleißig geplant, diskutiert und am Finanzplan gerechnet. Und ganz nebenbei hat die Gruppe viel Digitales produziert.

    • Verschafft Euch einen kurzen Eindruck über den Hörbeitrag “Gemeinschaftlich wohnen – ja, warum denn bloß?”
    • Einzelne Bewohner*innen erzählen in einer Podcastreihe im Zug von ihrem Projekt – steigt ein!
    • Auch zum 3. Tag des offenen Wohnprojekts hat Kolle ein Video produziert, hier seht ihr das Grundstück und lernt das Projekt näher kennen.
    • Für die 14. Infobörse hat die Gruppe ein aktuelles Video produziert. In diesem Film erzählt uns Kolle davon, wie hat sich das Projekt seit seiner Gründung entwickelt hat und was aktuell ansteht. Dank Drohne gibt das Viedo einen guten Eindurck vom zukünftigen Blick der Dachterasse. Seht selbst!
  • Eindrücke aus der Region: Z.WO-Genossenschaft aus Mainz

    Wir als  Z.WO-Genossenschaft bauen im neuen Heiligkreuzviertel in Mainz ein Haus mit 36 Wohneinheiten für alle Generationen. In unserem Video seht ihr einige unserer Mitglieder. Sie geben Auskunft darüber, warum sie sich für Z.WO entschieden haben. Und sie malen sich aus, wie sich ihr Leben mit dem Einzug ändern wird. Weil wir den privaten Wohnraum reduzieren und dadurch Gemeinschaftsräume schaffen, freuen sich viele natürlich auch auf  das Wohnzimmer für gemeinsame Treffen, die Werkstatt, den Dachgarten und das Cuvée.

  • Eindrücke aus der Region: Die OEKOGENO und ihr Projekt in Ilbenstadt

    Nachhaltig, inklusiv, gemeinschaftlich – Die OEKOGENO SWH eG belebt mit ihrem Wohnprojekt die Gutshöfe des Klosters im hessischen Ilbenstadt neu. Dazu entsteht ein genossenschaftlicher Neubau mit bezahlbarem, barrierefreiem und für alle zugänglichem Wohnraum. Außerdem werden bestehende Gebäude saniert und neu genutzt.

    Das Video zeigt spannende Luftaufnahmen, Fotos vom Gelände und gibt einen Eindruck von der Umgebung. Außerdem erzählt Joerg Weber von der Idee des inklusiven Bauens und Lebens und belebt den Begriff der Nachhaltigkeit mit Leben.

  • Beiträge zum Nachschauen: 3. Tag des offenen Wohnprojekts (Mai 2020)

    Im Mai diesen Jahres fand der 3. Tag des offenen Wohnprojekts statt, dieses Jahr das erste Mal digital. Viele Gruppen haben die Gelegenheit genutzt, Videos, Hörbeiträge und Eindrücke ihrer Projekte zu produzieren. Daraus sind spannende Beiträge entstanden, die auch ein halbes Jahr später noch aktuell sind und die Vielfalt des Netzwerks widerspiegeln.

    Viel Spaß beim Nachschauen.


Start der Kampagne “Senkung des Erbbauzinses jetzt!”

Gemeinschaftliches Wohnen zielt darauf ab, dauerhaft bezahlbare Mietwohnungen zu sichern. Es setzt auch sozial-ökologische, städtebauliche und kulturelle Impulse im Quartier und wirkt dort preisdämpfend. Doch sind gemeinschaftliche Wohnprojekte nicht realisierbar, wenn einem hohen Bodenwert hohe Erbbauzinsen („Erbpacht“) folgen – denn die Kosten für Kauf oder Erbbauzins eines Grundstücks müssen über die künftigen Mieten bezahlt werden. Mit dem aktuellen Erbbauzins von 2 bis 2,5% in Frankfurt müssen derzeit allein für die Erbpacht bereits über 5 Euro pro Quadratmeter auf die monatliche Kaltmiete kalkuliert werden. Auch genossenschaftliche Bauprojekte und private Einfamilienhäuser auf städtischen Grundstücken werden mit diesen Erbpacht-Preisen unbezahlbar.

Die Stadt hat nur noch wenige Möglichkeiten, den Wohnungsmarkt zu steuern – doch immerhin bleibt ihr beim Verpachten von Grundstücken das Instrument des Erbbaurechts: Trotz der Bodenpreisentwicklung kann das Absenken des Erbbauzinssatzes bezahlbaren Wohnraum ermöglichen! Damit würde die Stadt ein signifikantes Zeichen gegen die grenzenlose Preissteigerung setzen, statt sich weiterhin daran zu beteiligen.

Aktion Erbpachtzinssatz senken

Konzeptverfahren und Baulandbeschluss werden für innovatives Wohnen nur dann wirksam, wenn sie von einer deutlichen Absenkung des Erbbauzinssatzes flankiert werden. Die Höhe des Erbbauzinssatzes ist eine politische Entscheidung. Um die städtischen Kassen zu füllen, kann auch ein abgestufter Erbbauzinssatz zur Unterscheidung von sozialverträglichem Wohnen und Bauprojekten von Großinvestoren eingeführt werden – auch ein solcher abgestufter Erbbauzinssatz ist eine politische Entscheidung. Doch die CDU-Fraktion blockiert bislang jegliche Vorstöße.

Wir fordern die CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung auf, einer signifikanten Senkung des Erbbauzinssatzes zuzustimmen!

Wir tun das mit einer Fotoaktion und Unterschriftenkampagne bis zu den kommenden Wahlen und Koalitionsverhandlungen. Unser großes Netzwerk der Wohngruppen, -projekte und Interessierten wird die Masse schaffen! Macht alle mit, sammelt Fotos und Unterschriften, streut die Nachricht.

Wie könnt ihr mitmachen?

  • Fotoaktion: Es soll ein Mosaik aus vielen kleinen Fotos von Menschen entstehen, die sich für die Senkung des Erbbauzinssatzes stark machen wollen. Darauf erkennt man eure Gesichter kaum noch, aber die Masse an Unterstützer*innen wird deutlich. Schreibt einfach den Slogan „Erbpacht senken!“ oder ähnliches gut lesbar auf ein großes Blatt Papier und lasst euch damit fotografieren. Natürlich könnt ihr das Blatt auch halb vor euer Gesicht halten oder eine Maske tragen. Das Foto schickt ihr an email hidden; JavaScript is required, bitte mit dem expliziten Hinweis, dass wir das Foto in einem Foto-Mosaik auf Website, sozialen Medien, Publikationen, Pressestatements und Präsentationen des Netzwerks Frankfurt für Gemeinschaftliches Wohnen verwenden dürfen.
    Und je mehr Freunde, Verwandte und Bekannte ihr animiert, sich ebenfalls mit einem solchen Slogan fotografieren zu lassen, desto besser!
  • Unterschriftensammlung: Druckt Euch die hier verlinkte Unterschriftenliste aus und nehmt sie mit zu Treffen mit euren Wohngruppen, Freunden, Verwandten und Bekannten. Bis zu den Kommunalwahlen bzw. Koalitionsverhandlungen nächstes Frühjahr wollen wir so viele Unterschriften wie möglich für unsere Forderung zusammenbekommen! Wenn die Liste voll ist oder ihr keine weiteren Unterschriften mehr sammeln könnt, schickt sie uns per Post oder email hidden; JavaScript is required.
  • Handzettel: Ein Handzettel unterstützt Euch bei der Argumentation und beim Sammeln der Unterschriften.

Und je mehr Listen ihr vollmacht und Leute motiviert, dasselbe zu tun, desto besser!

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