Projekt:
Anders leben – anders wohnen e.V.
Friedhelm Ardelt-Theek
Leuchte 35 a
60388 Frankfurt am Main
Tel.: 06109 - 36 751
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Anders leben – anders wohnen e.V.

Generationenübergreifende Hausgemeinschaft in Bergen-Enkheim

Von täglicher Nachhilfe in Lebensqualität

„Wenn die Zeitung nicht mehr vor der Tür liegt, ist alles in Ordnung…“

Renate Rütten, Anfang 80 und Gründungsmitglied des Wohnprojekts erzählt von den Anfängen der Leuchte 35a, wo seit 15 Jahren drei Generationen in acht Mietwohnungen leben. Die Wohnungen und die Wohnungen ringsherum gehören der Nassauischen Heimstätte und doch ist im roten Haus so einiges anders.

Die Mitglieder des 1995 gegründeten Vereins leisteten damals echte Pionierarbeit, da es in Frankfurt kaum Erfahrung mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten gab. Das Engagement für die Idee zahlte sich aus, das Projekt wurde im Osten Frankfurts fündig. Ein Haus mit Gemeinschaftsraum, alles behinderten-und altersgerecht, wünschte die Gruppe sich. Wollte bereits bei der Planung mitbestimmen. Bezahlbar musste ihr Projekt natürlich auch sein. Die Nassauische Heimstätte spielte mit und setzte sich mit den „anders leben-anders wohnen“-Leuten an einen Tisch. August 2002 war Einzug.

Heute, mehr als 15 Jahre später, leben zehn Erwachsene, fünf Jugendliche und zwei Kinder im Alter von 4 bis 80 Jahren in der Leuchte 35a. Nach wie vor, sind sie von dieser Art des Zusammenlebens überzeugt. Niemals geht es anonym im Haus zu und meist weiß irgendwer, wo der andere ist und was er/sie so macht. Es gibt feste Termine bei denen sich alle treffen, wie zum Beispiel das samstägliche Frühstück alle zwei Wochen oder die vierzehntäglichen organisatorischen Treffen. Dort wird besprochen, was ansteht, welche Pläne es gibt, wer was macht und was neben den laufenden Vereinsaufgaben erledigt werden muss. Auch wenn es immer etwas zu tun gibt, bleibt genügend Zeit für spontane Freizeitaktivitäten wie z.B. Kinoabende im Gemeinschaftsraum, die Bepflanzung der selbst gebauten Hochbeete oder gemeinsame Ausflüge.

In all den Jahren gab es natürlich auch immer wieder mal Spannungen; die Lebensmodelle sind sehr unterschiedlich und die Erwartungen waren, gerade am Anfang, sehr hoch. Doch die Gruppe hat gelernt, Konflikte professionell anzugehen. Renate Rütten formuliert es so: Wichtig sind feste Regeln, Toleranz, Improvisation, nicht alles persönlich nehmen, aufeinander zugehen und Idealismus.

Das Leben im Projekt ist geprägt von gegenseitiger Hilfe, aber auch von nachbarschaftlichen Angeboten, wie zum Beispiel dem Café an jedem ersten Sonntag im Monat (von 15.00-17.00 Uhr im Gemeinschaftsraum), das gut angenommen und als Treffpunkt genutzt wird. Auch das jährliche Nachbarschaftsfest hat sich etabliert. Bei einem dieser Feste wurde dann auch 2013 die Einweihung des nachträglich eingebauten Aufzugs gefeiert.

Eines ist sicher: Das rote Haus ist eine lebendige Gemeinschaft.

Mal sehen, was in Zukunft dort noch so alles passiert!