Neu im Team: Beate Steinbach

Mit dem Jahresstart verstärkt Beate Steinbach unser Team. Als geschäftsführende Leitung des Netzwerks übernimmt sie den Schwerpunkt der Koordinations- und Beratungsstelle für die Stadt Frankfurt. Das Netzwerk reagiert mit der neuen Doppelspitze auf die in den letzten Jahren stetig gewachsenen Aufgaben und Herausforderungen. Birgit Kasper leitet weiterhin schwerpunktmäßig die Landesberatungsstelle und weitere neue Projekte.
Der Vorstand des Netzwerks Frankfurt und das Team in der Geschäftsstelle freuen sich in neuer Formation sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und Euch allen.

Neuerscheinung: Zukunft statt Leerstand

Ganz frisch erschienen ist die Broschüre "Zukunft statt Leerstand – Gebäude nach Konzept veräußern. Ein Leitfaden für kleinere Kommunen".

Der Leitfaden gibt praxisnahen Einblick in die Möglichkeiten, ungenutzte Bestandsgebäude in suburbanen und ländlichen Räumen nicht nach Höchstpreis zu veräußern, sondern mit Fokus auf das beste gemeinwohlorientierte Konzept für den Ort.

Dieses handliche Heft richtet sich vor allem an Kommunalvertreter:innen kleinerer Gemeinden, die gewillt sind, mit frischen Ideen eine gemeinwohlorientierte Stadt- und Regionalentwicklung als neuen Standard in ihren Kommunen auf den Weg zu bringen und einen Kulturwandel innerhalb der Verwaltung und nach außen in die Region anzuregen.

Die Broschüre ist ein Kooperationsprojekt der beim Netzwerk angesiedelten Landesberatungsstelle Hessen mit dem Netzwerk Zukunftsorte (Projektkoordination), der Dezentrale Sachsen, dem FORUM gemeinschaftliches Wohnen und der Montag Stiftung Urbane Räume.

Zur Broschüre

Neujahrsempfang auf der sonara-Baustelle

Die Genossenschaft sonara, die in Höchst in der Bolongarostraße ihr gemeinschaftliches Wohnprojekt baut, hat zum Anstoßen auf das neue Jahr eingeladen. Bei Feuerschalenwärme und in netter Gesellschaft wurde der fertiggestellte Kellerboden mit warmen Getränken und Worten begossen.

Wir gratulieren herzlich zu diesem Abschnitt und wünschen weiterhin bestes Gelingen.

Bundesbauministerin Geywitz besucht genossenschaftliches Wohnprojekt in Frankfurt

Am Montag, 20. November, überzeugte sich Bundesbauministerin Klara Geywitz von den Qualitäten des gemeinschaftlichen Wohnens in Frankfurt. Sie besuchte die Wohngruppe Gemeinsam Suffizient Leben, die am 1. November in den Neubau an der Friedberger Landstraße eingezogen ist. Das Neunparteienhaus mit äußert flächensparsamen Grundrissen und einem hohen energetischen Standard wurde in Holzskelettbauweise mit Frankfurt-Aktivhaus-Standard von der WBG realisiert und ist eines der ersten Konzeptverfahren der Stadt. Die Wohngruppe möchte mit dem Projekt einen Ort der Begegnung schaffen, der ein soziales Zusammenleben für die Bewohnerinnen und Bewohner ermöglicht.
"Der genossenschaftliche Wohnungsbau ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. An diesem Projekt sehen wir, wie Partizipation und Innovation im Wohnungsbau verbunden werden können" lobte Bundesbauministerin Geywitz das Projekt.

Zur Pressemitteilung der Stadt Frankfurt

Forderungen 2.0 des Netzwerk Immovielien sind erschienen

Das Netzwerk Immovielien ist ein gemeinnütziger Verein, der Bildungs- und Vernetzungsformate für Akteur:innen der Stadtteil- und Immobilienentwicklung konzipiert und damit die Entstehung und Entwicklung von Immovielien unterstützt. Es begegnet Herausforderungen wie teuren Grundstücken, fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten und Kooperationsproblemen zwischen Initiativen und Kommunen und setzt sich für mehr Gemeinwohlorientierung in der Immobilien- und Quartiersentwicklung ein.
Die 2016 aufgestellten Forderungen wurden in diesem Jahr überprüft und eine aktualisierte Version der Forderungen wurde veröffentlicht. Hier sind die Forderungen 2.0 nachzulesen.

AdAptiv Eigenkapital-Challenge gestartet!

Bis Ende August braucht das Wohnprojekt 500.000 € von Mitfinanzierer:innen.

2020 hat die Gruppe AdAptiv beim Konzeptverfahren für die ehemalige Akademie der Arbeit in Bockenheim den Zuschlag bekommen. Seitdem arbeiten die AdAptiven an der Planung des Gebäudes (Sanierung, Umbau und Neubau), an Möglichkeiten für eine soziale Anbindung an den Stadtteil und an der Finanzierung. Die Entwicklungen bei den Bau- und den Finanzierungskosten haben die Vorhaben stark gebremst. Aber die Gruppe ist nach wie vor fest entschlossen, ihre Vision von einem nachhaltigen, solidarischen, generationsübergreifenden Wohnprojekt Wirklichkeit werden zu lassen.

In den Wochen bis Ende August liegt der Fokus voll auf der Finanzierung, es müssen insgesamt 500.000 Euro an Krediten zusammenkommen, aktuell erst mal als Absichtserklärungen. Das entspricht zwar nur etwa 2,5 % der Kosten für den Bau, ist aber sehr wichtig. Die Genoss:innen selbst stemmen etwa 5.000.000 Euro durch ihre Anteile und durch das Einwerben von Förderungen. Der größte Teil der Kosten wird mit einem Bankkredit finanziert, etwa 14.000.000 €. Mit dem Erreichen der Challenge, also 500.000 Euro bis Ende August, rückt das Ziel näher, genug Eigenkapital für die Verhandlungen mit der kredit-gebenden Bank zu haben und die Absprachen im Rahmen des Anhandgabeverfahrens mit der Stadt erfüllen zu können. Direkte Infos zum jetzigen Finanzierungsziel sind hier zu finden.

Mitfinanzieren geht so am besten:

Unterstützer:innen können mit Absichtserklärungen für Nachrangdarlehen die Finanzierung mit stemmen. Der Vorteil für die Unterstützer:innen ist, dass eine Absichtserklärung eine schriftliche Zusage für einen Kredit ist, jedoch selbst noch kein Kredit und rechtlich unverbindlich. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird dann das Nachrangdarlehen gegeben. Für AdAptiv und die Verhandlungen mit der Stadt zählen diese Absichtserklärungen aber schon als avisiertes Eigenkapital. Mehr Informationen zu Nachrangdarlehen und Absichtserklärungen über www.adaptiv-frankfurt.de/mitfinanzieren

Pressemitteilung zu unseren Leitlinien gegen extreme Rechte

In unserer Arbeit sind wir mit Menschen und Gruppen in Kontakt gekommen, die, mit Begriffen des gemeinschaftlichen Wohnens arbeitend, demokratiefeindliche Werte vertreten. So mussten wir einen Eintrag eines Wohnprojektes vom Wohnprojekteportal der Landesberatungsstelle aufgrund der politischen Ausrichtung löschen. Auf Social-Media-Kanälen zum gemeinschaftlichen Wohnen in Hessen waren Mitglieder der vermehrt auftretenden Reichsbürger:innengruppe „Königreich Deutschland" in Gruppen aktiv, in denen auch wir unterwegs sind.
Nicht immer sind Abgrenzung und politische Haltung einer Gruppe eindeutig einzuordnen.

Daher informierte sich der Vorstand zusammen mit dem Team bei dem Mobilen Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus Hessen zum Thema rechte Landnahme. Ein erstes Ergebnis war die Erarbeitung und der Beschluss von Leitlinien durch den Vorstand, die in der Mitgliederversammlung am 28.06.2023 vorgestellt wurden. Die Mitglieder stimmten einstimmig zu, sodass die Leitlinien zukünftig als Grundlage der Arbeit im Netzwerk dienen kann. Mit den Leitlinien macht der Verein deutlich, dass er sich gegen rassistische, antisemitische, sexistische und andere Diskriminierungen positioniert und für eine demokratische Stadtentwicklung in einer offenen Gesellschaft steht.

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Zu den Leitlinien

Veranstaltungstipp aus gegebenem Anlass: Der DGB lädt am 5. Juli ein zu Buchvorstellung, Vortrag und Gespräch mit Co-Herausgeber und -Autor Sascha Schmidt des Buches „Rechter Terror in Hessen". Ab 19 Uhr im Bürgerhaus „Zum Alten Schlachthof“, in der Urseler Straße 22 in Bad Homburg v. d. Höhe. Die Veranstaltung wird am 14. September abends im Haus am Dom in Frankfurt wiederholt. Weitere Infos

Rückblick Mitgliederversammlung 2023

Am Mittwoch, den 28.06. fand unsere Mitgliederversammlung 2023 statt.

Team und Vorstand stellten die Entwicklungen des Netzwerks im Tätigkeitsbericht 2022 vor:

Geprägt war das Jahr zum einen positiv vom Ausklang der Pandemie und den damit wieder stattfindenden vielzähligen Veranstaltungsangeboten zum gemeinschaftlichen Wohnen mit über das Jahr verteilt 3.000 Besucher:innen – mehr als jemals zuvor.

Andererseits trafen die Auswirkungen der verschiedenen Krisen die in Planung und in Bau befindlichen Wohnprojekte massiv.  Das Netzwerk verfasste ein gemeinsames Positionspapier mit den Projekten und suchte Gespräche mit der Frankfurter Kommunalpolitik. Zentrale Forderung: nicht-renditeorientierter Wohnungsbau muss künftig in Frankfurt ein eigenständiges Förderprogramm erhalten, um mehr langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. 

Ein weiteres Thema, das Team und Vorstand im vergangenen Jahr stark beschäftigte, war die Auseinandersetzung mit völkischen Siedlungsbewegungen und den Versuchen rechter bzw. rechtsextremer Gruppen, gemeinschaftliches Wohnen für eigene Zwecke zu missbrauchen. Ein erstes Ergebnis war die Erarbeitung und der Beschluss von Leitlinien durch den Vorstand, die nun in der Mitgliederversammlung vorgestellt und einstimmig verabschiedet wurden.

Zur Pressemitteilung der Leitlinien

Vorstandswahl: Neben den bestehen Vorstandsmitgliedern Ludwig Weiler, Noria Bellouch und Alexander Wagner wurden die Vorstandsmitglieder  Barbara Reuter und Veronika Czech wiedergewählt. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Till Burgeff schied auf eigenen Wunsch aus, das Netzwerk bedankt sich ganz herzlich für die schöne Zusammenarbeit.

Im Anschluss nutzten wir die Versammlung für einen gemeinsamen Ausklang bei Kaltgetränken in sommerlicher Atmosphäre mit allen anwesenden Netzwerk-Mitgliedern.

Vielen Dank für die gemeinsame Arbeit und Unterstützung!

Spatenstich und finanzielle Unterstützung der Stadt für das Wohnprojekt KOLLE

Es geht weiter bei unserem Mitgliedsprojekt KOLLE - Kollektiv Leben!

Die Freude bei den Kolles ist groß, denn der erste Spatenstich läutete am Sonntag, den 23.04.2023, den langersehnten  Baubeginn ein.

Trotz Krise und zahlreicher Hürden hat sich die Wohninitiative nicht den Mut nehmen lassen und für ihre Vision gekämpft. Ein Haus für 42 Menschen mit stabilen Mieten und einem solidarischen Miteinander soll auf dem Grundstück in Griesheim entstehen. Nun sind sie der Realisierung ein ganzes Stück näher gekommen. Wir gratulieren ganz herzlich im Namen des Netzwerk Frankfurt.

Auch der designierte Oberbürgermeister Mike Josef war dabei und hofft, dass dies eine „Blaupause für kommende Wohnprojekte in der Stadt“ sein kann. Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber. Zum Artikel

Nachtrag 02.05.: Die Stadt Frankfurt wird die Realisierung des Hausprojekts „Kolle“ im Stadtteil Griesheim finanziell unterstützen. Sie schlug nun finanzielle Unterstützung in Form eines zinslosen Darlehens aus dem Liegenschaftsfonds zu. Damit kann das Projekt endlich den von der Bank geforderten zusätzlichen finanziellen Puffer vorweisen. Zum Artikel in der Frankfurter Rundschau

Die Wohninitiative freut sich für die „heiße Bauphase" nun weiterhin über Unterstützer:innen, die ihr Vorhaben mit einer kleinen Geldanlage unterstützen. Mehr erfahren

 

 

 

 

Fotos: Jörg Schmidt, Institut für Gebrauchsgrafik

Videotipp: Kolle hat die aktuellen ökonomischen Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt in Kürze für euch in einem Stop-motion Video runtergebrochen. Zinswende, Problematik von kurzer Mietpreisbindung von gefördertem Wohnraum, Auswirkungen auf den Mietspiegel und die voranschreitende Verdrängung von Menschen niedrigem und mittlerem Einkommens aus der Stadt. Kolle sagt euch, warum es sich genau deswegen lohnt in Kolle anzulegen und dem Projekt gerade jetzt zu Baubeginn bei Seite zu stehen. Zum Video

Neue Pressebeiträge über gemeinschaftliches Wohnen 04/2023

Der Anteil von Sozialwohnungen in gemeinschaftlichen Wohnprojekten liegt weit über dem Bestand an Sozialwohnungen in Frankfurt – 18,2 Prozent zu 7 Prozent, Tendenz steigend.
Anfang des Jahres haben wir diese Statistik bei unseren Frankfurter Mitglieds-Wohnprojekten erhoben. Hierzu haben wir eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Gleichzeitig gestalten sich die Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte aktuell weiter schwierig. Auch hierzu sind im ersten Jahresquartal einige Pressebeiträge über unsere Mitgliedsprojekte erschienen:

Netzwerk Frankfurt Pressemitteilung vom 15.3.2023: „Gemeinschaftliche Wohnprojekte schaffen hohen Anteil an gefördertem Wohnraum"

Zivilgesellschaftlich organisierte Wohnprojekte in Frankfurt am Main machen Angebote fürs Quartier, zeichnen sich durch innovative Architektur aus und garantieren langfristig stabile Mieten – zudem schaffen sie überdurchschnittlich viel geförderten Wohnraum.

chrismon-Blog vom 4.4.2023: „Das ist keine Förderung - sondern ein Nachteilsausgleich"

Gemeinwohlorientierte Wohnprojekte springen da ein, wo der Staat versagt: In der Daseinsvorsorge für bezahlbares Wohnen. Und deshalb reichen schöne Preise auch nicht aus. Ein Gespräch mit dem frisch prämierten Wohnprojekt "Kolle" in Frankfurt-Griesheim

FR-Artikel vom 16.3.2023: „Frankfurt: Sozialwohnungen im Hausprojekt"

Gemeinschaftliche Wohngruppen schaffen nach Zahlen des Netzwerks Frankfurts in größerem Umfang geförderten Wohnraum. Doch die Situation für die Gruppen ist nicht einfach.

Journal Frankfurt Artikel vom 16.3.2023: „Die ABG ist nicht offen für Projekte wie gemeinschaftliches Wohnen“

„Wir fordern einen runden Tisch, an dem alle Beteiligten über die Herausforderungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte im Hilgenfeld sprechen. Wir fordern mehr Transparenz in der Frage, wie sich Mietpreise im Hilgenfeld entwickeln und zusammensetzen. Wir fordern mehr Druck seitens der Stadt auf die ABG, Strukturen für gemeinschaftliche Wohnprojekte zu schaffen. Sonst kann gemeinschaftliches Wohnen im großen Maßstab nicht Schule machen."

FR-Artikel vom 16.3.2023: „Wohnen für Generationen"

„Wir wollen Wohnen jenseitsder Rendite, von Jung bis Alt, damit Bürgerinnen und Bürger unter einem
Dach gemeinschaftlich gesichert leben können“, betont die Initiative.