Erste Wohnprojekte profitieren von Frankfurts Strukturförderung

Die Frankfurter Strukturförderung für gemeinschaftliches Wohnen beginnt zu wirken: Erste Wohnprojektinitiativen und gemeinschaftliche Wohnprojekte haben positive Förderbescheide erhalten. Damit kommt ein wichtiges neues Instrument zur Unterstützung gemeinwohlorientierter Wohnprojekte in Frankfurt nun zum Tragen.

Das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen bietet neben den Infoveranstaltungen für Neuinteressierte auch kostenfreie Orientierungsberatung für Wohninitiativen an und vermittelt bei Bedarf weiterführende Expertise. Für Rechtsdienstleistungen sowie eine intensivere professionelle Begleitung bei Bauvorhaben und Gruppenprozessen fehlte bislang die passende Fördermöglichkeit. Viele Wohnprojekt-Engagierte investieren für die Umsetzung der gemeinwohlorientierten Bauvorhaben viel ehrenamtliche Zeit und bauen Fachwissen auf. An vielen Stellen sind zusätzliche fachliche Erfahrung und Expertise unerlässlich. Genau hier schließt die neue Strukturförderung eine wichtige Lücke: Sie unterstützt Initiativen und Projekte in entscheidenden Phasen ihrer Gründung, Umsetzung und Weiterentwicklung.

Ein erstes Beispiel ist WohnBar:FFM, deren Antrag in der Kategorie A. Gründungskosten bewilligt wurde:

„Wir sind sehr froh über die finanzielle Unterstützung durch das Förderprogramm 'Strukturförderung gemeinschaftliches Wohnen' der Stadt Frankfurt am Main. Für die Gründung einer GbR, die wir als rechtliche Grundlage für unser Wohnprojekt benötigen, entstehen Kosten, insbesondere für rechtliche Beratung und die Erstellung des notwendigen Vertrags. Durch die Förderung ist es uns möglich, eine Fachanwältin zu beauftragen, die uns bei der Ausarbeitung und rechtlichen Gestaltung dieses Vertrags kompetent begleitet.“

Dies berichtet die Initiative, die aktuell zusammen mit der Stiftung St. Katharinen- und Weißfrauenstift in Niederursel ihr Neubauprojekt plant.

Fördermittel können in folgenden Kategorien beantragt werden:

A. Gründungskosten
Gebühren und Prüfungshonorare, die bei der Gründung einer juristischen Person oder Personengesellschaft entstehen.

B. Moderation und Beratung in Gruppenprozessen
Kosten für die professionelle Begleitung von Konflikten oder Gruppenprozessen bei bestehenden Wohnprojekten und Wohnprojekten in Umsetzung.

C. Projektberatung und Projektsteuerung
Kosten für eine qualifizierte Begleitung durch Projektberatung oder Projektsteuerung bei Wohnprojekten in Umsetzung.

Die ersten Bewilligungen zeigen: Die Strukturförderung ist ein wichtiger Baustein, um gemeinschaftliche Wohnprojekte in Frankfurt professioneller und stabiler aufzustellen – und damit ihre Umsetzung zu unterstützen.

Weitere Infos zur Strukturförderung

Netzwerk erhält Förderung für Nachbarschaftskreise – Wohnen und Leben im Alter

Das Netzwerk startet im September 2026 ein Förderprojekt im Rahmen von "LEA - Projekte zur Linderung von Einsamkeit im Alter" der Stiftung Polytechnische Gesellschaft:

„Nachbarschaftskreise - Wohnen und Leben im Alter"

Projektbeschreibung:
Der Übergang in die dritte Lebensphase will bewusst gestaltet werden. Für viele Menschen stellt sich dabei die Frage, wie sie im Alter möglichst lange selbstbestimmt, sozial eingebunden und bezahlbar wohnen können.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte bieten dafür wichtige Ansatzpunkte: Sie schaffen tragfähige Nachbarschaften, ermöglichen Begegnung und gegenseitige Unterstützung und stärken soziale Netzwerke auch über die eigene Gemeinschaft hinaus.
Gleichzeitig zeigt eine Befragung der Mitgliedsprojekte des Netzwerk Frankfurt (2025), dass das eigene Älterwerden, Unterstützungsbedarfe und zukünftige Lebensperspektiven vielfach mit Unsicherheiten verbunden sind. Um diese Themen offen anzusprechen und gemeinsam zu bearbeiten, braucht es geschützte Gesprächsräume und professionelle Moderation.
Das Projekt „Nachbarschaftskreise“ greift diesen Bedarf auf. Es verbindet die Begegnungsräume der Frankfurter Wohnprojekte mit einem offenen Austausch im Quartier. Bewohner:innen übernehmen dabei die Rolle von Gastgeber:innen und initiieren gemeinsam mit der Moderation Gesprächskreise. Sie geben Impulse, fördern den Austausch und schlagen Brücken zwischen Wohnprojekt und Nachbarschaft.
So entstehen neue nachbarschaftliche Kontakte, gegenseitiges Lernen und eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Älterwerden. Gleichzeitig stärken die Gesprächskreise soziale Beziehungen und wirken präventiv gegen Einsamkeit – innerhalb der Wohnprojekte und darüber hinaus.

Mit den Nachbarschaftskreisen in drei verschiedenen Wohnprojekten soll es 2027 damit die Möglichkeit geben, dass Sie sich (als Bewohner:in von Wohnprojekten sowie Menschen ab 55 Jahren aus der Nachbarschaft) im geschützten und begleiteten Rahmen zum Älterwerden und den damit verbundenen Veränderungen austauschen können.

Als Vorbereitung und Einstimmung auf das Projekt finden drei kostenfreie Schulungen im Herbst 2026 statt, zu denen alle Frankfurter Mitgliedsprojekte herzlich eingeladen sind.

Anfang 2027 starten dann die jeweils vier Gesprächskreis-Termine in drei ausgewählten Wohnprojekten. Weitere Infos hierzu folgen Ende 2026 über unsere Website und den Newsletter.

Weitere Infos zu "LEA - Projekte zur Linderung von Einsamkeit im Alter" der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

Warum bezahlbarer Wohnraum nicht dem Markt überlassen werden sollte

Auf einem privatwirtschaftlich organisierten Wohnungsmarkt soll die Nachfrage das Angebot bestimmen.

Die Nachfrage ist groß – denn Menschen möchten lieber ein Dach über dem Kopf haben als keines.

In den Bau und den Erhalt von Wohnraum investieren Unternehmen und Privatpersonen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Mietpreis, und theoretisch können alle das Wohnungsangebot wählen, das ihren Bedürfnissen entspricht.

Aber die Realität sieht anders aus

Auf dem Wohnungsmarkt übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Boden ist eine begrenzte Ressource. Bauland ist knapp und entsprechend teuer. Deshalb entwickeln Investor:innen vor allem hochpreisige Wohnungen, deren Vermietung eine möglichst hohe Rendite verspricht.

»Der privatwirtschaftlich organisierte Wohnungsmarkt orientiert sich nicht an Fragen von Gerechtigkeit und auch nicht an dem Auftrag, reale Bedürfnisse zu befriedigen.«

Die Folgen sind deutlich spürbar:

Bezahlbare Wohnungen fehlen.
Viele Menschen geben mehr als 40 % ihres Einkommens für das Wohnen aus.
Gleichzeitig stehen zahlreiche teure Wohnungen leer.
Bestehender Wohnraum kann zu immer höheren Preisen vermietet werden.
Menschen werden aus ihren Stadtteilen und den Städten allgemein verdrängt.

Aber es geht auch anders

Die Bewohner:innen und Genossenschaftsmitglieder der sonara eG bewohnen und verwalten ihr Haus gemeinschaftlich.

»Häuser wie dieses hier werden nicht privatwirtschaftlich, sondern gemeinwohlorientiert bewirtschaftet. Dieses Haus hier gehört niemandem privat, hier werden keine Erträge erwirtschaftet.«

Statt Renditen für Eigentümer:innen zu erwirtschaften, orientieren sich die Mieten in genossenschaftlichen Wohnprojekten an den tatsächlichen Kosten für Bau, Kredite und Instandhaltung.

Die entscheidende Frage lautet dabei nicht:

Wie viel Geld können wir auf einem angespannten Wohnungsmarkt verlangen?

Sondern:

Wie viel Geld braucht unsere Genossenschaft, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken?

Dieses Prinzip wird als Kostenmiete bezeichnet.

Wohnprojekte als Möglichkeitsräume demokratischen Wirtschaftens

Genossenschaftliche Wohnprojekte schaffen nicht nur bezahlbaren Wohnraum, sondern eröffnen auch Räume für demokratisches Wirtschaften.

Die Mitglieder entscheiden gemeinsam in demokratischen Prozessen darüber, wie die Kosten verteilt werden und wie hoch die Mieten sein sollen. Sinken die Kosten – etwa durch Fördermittel oder zurückgezahlte Kredite –, können auch die Mieten sinken.

»Wie viel Miete wir zahlen, ist bei uns eine demokratische Entscheidung und nicht eine, die irgendwie so passiert, ohne dass wir darüber Kontrolle hätten.«

»Es geht hier ganz grundsätzlich um Demokratie, um eine demokratische, gemeinwohlorientierte Wirtschaftsweise.

sonara ist ein kleines Projekt, aber von einer tiefen demokratischen Überzeugung motiviert.«

Ein anderes Verständnis von Wohnen

Genossenschaftliche Wohnprojekte zeigen, dass Wohnen nicht in erster Linie ein Renditeobjekt sein muss. Stattdessen kann Wohnraum am Gemeinwohl orientiert organisiert werden – mit demokratischen Entscheidungen, transparenten Kosten und dem Ziel, dauerhaft bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.

Danke an Anna Wunderlich für ihr Plädoyer für kollektives Wirtschaften, das diesem Artikel zugrunde liegt und das sie bei der Eröffnung am Tag des offenen Wohnprojekts 2026 mit dem Publikum teilte.

 

 

Politische Forderungen zum Zusammen Leben Festival veröffentlicht

Was für ein Wochenende! Beim Zusammen Leben Festival am 19. und 20. Juni 2026 in Stuttgart war auch unser Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen mit dabei – und wir sind immer noch beeindruckt davon, wie viel Energie, Ideen und Aufbruchsstimmung an diesen zwei Tagen zusammenkamen. Mehrere hundert Menschen aus ganz Deutschland auf einem Fleck, die alle für dasselbe brennen.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Gemeinwohl statt Renditen!?“ wurden die Forderungen der neun Veranstalter:innen vorgestellt und schnell ergab sich eine gemeinsame zentrale Forderung:

Es braucht endlich ein bundesweit abgestimmtes System aus Gesetzen, Förderung, Beratung und Finanzierung, damit gemeinschaftliches Wohnen als realistische Option für alle etabliert werden kann – unabhängig von Einkommen, Alter oder individuellen Fähigkeiten.

Im vorgestellten Positionspapier geht es um Folgendes:

Die Diskussionsrunde fand statt mit u. a. Hanna Steinmüller (MdB), Andreas Hofer (IBA 2027), Cord Söhlke (Stadt Tübingen), Birgit Kasper (Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen) und Ricarda Pätzold (difu).

Frauke Burgdorf, Moderatorin der Podiumsdiskussion, sagte abschließend: „Wir investieren in diese Gesellschaft – auch wenn uns der Begriff vielleicht nicht leicht über die Lippen geht: Wir sind im Grunde Investoren. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass bei uns am Ende kein Profit steht, sondern ein Gewinn im eigentlichen Sinne.“

Grund genug die Forderungen laut und deutlich in die Republik zu tragen.

Wir nehmen aus Stuttgart jede Menge Motivation mit für unsere politische Arbeit hier in Frankfurt!

Zum Positionspapier

Zum Live-Stream-Mitschnitt der Podiumsdiskussion

Zum Live-Stream-Mitschnitt des Fachtags-Vormittags

 

 

Rückblick auf den 9. Tag des offenen Wohnprojekts 2026

Die Großveranstaltung zum gemeinschaftlichem Wohnen, die in Frankfurt nicht mehr fehlen darf: Der Tag des offenen Wohnprojekts fand am 9. Mai 2026 zum neunten Mal statt. Es ist ein Event, das jährlich Interessierte jeden Alters sowie Fachleute anlockt, um innovative Wohnkonzepte kennenzulernen. In diesem Jahr wurden wieder rund 700 Besuche gezählt.

16 Mitgliedsprojekte des Netzwerks öffneten ihre Türen und ermöglichten mit den vielfältigen Programmpunkten und Hausführungen einen direkten Einblick in das Thema des gemeinschaftlichen Wohnens.

Bei der Eröffnung lieferte das Wohnprojekt sonara den Nachweis, dass Kostenmieten in Genossenschaften langfristig bezahlbaren, stabilen Wohnraum sichern. Und zwar – entgegen der üblichen Marktlogik – durch kostendeckende, transparente Mieten ohne Profitorientierung. Gemeinsam bestimmen die Bewohner:innen über die Höhe ihrer Miete. So schützt das Prinzip der Kostenmiete und das lebenslange Wohnrecht vor Verdrängung und Spekulation, fördert langfristige Planungssicherheit und nachhaltige Investitionen in die Wohnqualität.

Planungsdezernent Marcus Gwechenberger sicherte seine Unterstützung zu, die Möglichkeiten und Zugänge für Projekte dieser Art weiter konsequent zu verbessern, sodass junge Genossenschaften und Wohninitiativen zukünftig weiterhin Liegenschaften entwickeln können.

Die Bewohner:innen von sonara plauderten anschließend aus dem Nähkästchen von ihrem ersten Jahr in Gemeinschaft. Sie räumten mit den Klischees von Wohnprojekten auf und begeisterten die Anwesenden.

Über den Tag hinweg konnten die Besucher:innen selbstständig zu den verschiedenen Stationen im ganzen Frankfurter Stadtgebiet ziehen oder sich einer geführten Rad- oder Bahntour anschließen. Es fanden zahlreiche anregende Gespräche in Gemeinschaftsräumen, auf Dachterrassen, in Gärten und auf den Baustellen statt.

Jedes der Projekte zeigte seinen individuellen Charme und Charakter, mal mit ausgezeichneter Bewirtung, mit tollen Dekorationen und immer mit viel Geduld und Freude, den Besucher:innen einen umfassenden Einblick in das Gemeinschaftsleben zu geben und die vielen Fragen zu beantworten. Dadurch wurde den Besucher:innen viel Inspiration und Motivation für ihre zukünftigen Projekte geschenkt.

Einen stimmungsvollen Ausklang des Tages ermöglichte das Frankfurt House, eines der ältesten Mitgliedsprojekte des Netzwerks.

Unser hauptamtliches Team sowie der ehrenamtliche Vorstand des Netzwerks unterstützten vor Ort mit Ansprechpersonen. Auch die Presse interessierte sich dieses Jahr sehr für Wohnprojekte und es gab einige Berichte, s. unten.

Der nächste Tag des offenen Wohnprojekts wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Mit der Infobörse am 26. September findet in diesem Jahr bereits ein 20-jähriges Jubiläum dieser Großveranstaltung statt.

Hier finden Sie weitere Fotos des Tages und nochmal das Programm.

Zum FAZ-Artikel: Mit diesen Wohnungen wird kein Gewinn erzielt

Zum FR-Artikel: Gemeinschaftliches Wohnen in Frankfurt – Streit gehört dazu

Zum Börse-Express-Artikel: Stadt fördert Gemeinschaftsbau 

Zum FR-Artikel: Impulse für nachhaltigere Lebensstile – Tag des offenen Wohnprojekts

 

 

 

Rückblick Mitgliederversammlung 2026

Am Mittwoch, dem 22. April fand die Netzwerk-Mitgliederversammlung 2026 und die damit verbundene Vorstandswahl statt.

Neu gewählt in den Vorstand des Netzwerks wurden

Lene Oldopp, als Architektin und Stadtplanerin setzt sie sich seit vielen Jahren mit gemeinwohlorientierten Wohnformen auseinander. Ihr Fokus liegt auf dem Umgang mit dem Bestand. Aktuell arbeitet sie in der kommunalen Stadtentwicklung und Bauberatung und bringt dieses Wissen ins Netzwerk ein.

Andreas Obst, im Jugendamt und als Supervisor tätig, setzt sich dafür ein, benachteiligten Gruppen den Zugang zu Wohnprojekten zu erleichtern. Auch persönlich verfolgt er die Idee in einem Wohnprojekt leben zu wollen und ist selbst Mitglied einer Wohnprojektinitiative.

Florian Bohn, seit 2020 Teil des Wohnprojekts Kolle und in der Verwaltung einer gewerkschaftsnahen Organisation sowie als Bildungsreferent tätig. Ein verbindendes Thema seiner Arbeit ist die Demokratisierung zentraler Lebensbereiche, wie Wohnen, Arbeiten und Lernen.

Die bisherigen Mitglieder Heidi Weinrich und Ludwig Weiler wurden wiedergewählt. Vorstandsmitglieder Barbara Reuter und Veronika Czech blieben weiterhin im Amt. Wir freuen uns sehr über den Zuwachs im Vorstand und darauf, ab sofort in neuer Organisationsform – soziokratisch – zusammenzuarbeiten.

Auch das Team wurde erweitert. Seit März wird die Landesberatungsstelle gemeinschaftliches Wohnen in Hessen durch die Werkstudentin Milena Grösch unterstützt und seit April ist Tabea Bentlage ebenfalls als Werkstudentin mit in der Koordinations- und Beratungsstelle Frankfurt tätig.

Im Laufe des Abends stellten Team und Vorstand die Entwicklungen des Netzwerks im Tätigkeitsbericht 2025 vor:

Die Zahl der Netzwerk-Mitglieder und der realisierten Projekte stieg im Jahr 2025 weiter an. Zwei Wohnprojekte stellten ihren Neubau fertig und konnten den Einzug feiern. Für Wohninitiativen und Projekte im Bau sind Zinsen, Baukosten und hohe Bodenpreise nach wie vor herausfordernd für die Umsetzung.

Eine Strukturförderung für gemeinschaftliches Wohnen kann seit Ende 2025 Wohninitiativen in der Anfangsphase einen Anschub geben, beispielsweise bei Gruppengründungsprozessen oder der ersten Beauftragung eines Architekturbüros.

Team und Vorstand widmeten sich verstärkt dem Thema "Wohnen im Alter" und erhielten dafür ehrenamtliche Unterstützung: so konnte eine Studie, ein Themenabend und eine Gesprächskreis-Reihe angestoßen werden.

Auch gemeinschaftliche Mietmodelle wurden im Netzwerk mehr in den Fokus genommen: so fanden Workshops zu Generalmietverträgen statt. Außerdem wurde ein erfolgreiches Konzeptverfahren für ein Mietmodell mit der Stiftung St. Katharinen- und Weißfrauenstiftung als Bauherrin durchgeführt, das die Netzwerk-Mitgliedsgruppe Wohnbar:FFM nun beleben darf.

Abweichend zum Konzeptverfahren unterstützte das Netzwerk auch bei verschiedenen anderen Grundstücksvergabeverfahren. So wurde das Reprivatisierungsverfahren in der Wittelsbacherallee gemeinsam mit der Stadt vorbereitet.

Die zahlreichen Veranstaltungsformate, die das Netzwerk jährlich bietet, wurden erfolgreich weitergeführt, darunter der 8. Tag des offenen Wohnprojekts mit 16 beteiligten Wohnprojekten sowie die Infobörse für gemeinschaftliches Wohnen mit rund 40 Infoständen.

Auch externe Kooperationen, wie die Aktionswochen Älterwerden, VHS-Veranstaltungen, Tag der offenen Tür im Röber, DGB Bildungsurlaub und viele überregionale Events unterstützten die Weiterentwicklung und -verbreitung der Szene für gemeinschaftliches Wohnen.

Die Landesberatungsstelle verzeichnete als Highlight in 2025 den gut besuchten Sommer der Wohnprojekte mit 70 Veranstaltungen in ganz Hessen und erzielte Erfolge bei der Förderrichtlinie "Hessengeld", sodass diese auch für gemeinschaftliche Wohnprojekte angewendet werden kann.

Wir freuen uns, dass die Förderung beider Institutionen – Netzwerk Frankfurt und Landesberatungsstelle Hessen – fortgeführt wird!

Als Ausblick für 2026:

Das Fokusthema "Wohnen im Alter" wird 2026 durch neue Projekte weiter bearbeitet.

Die Mobilisierung von Liegenschaften für gemeinschaftliche Wohnprojekte wird mit die größte Herausforderungen für das Netzwerk darstellen.

Politisch bleiben wir an der konsequenten Umsetzung des Baulandbeschlusses dran und an einem zweiten Förderbaustein für das gemeinwohlorientierte Bauen.

Die Landesberatungsstelle wird im Herbst eine Online-Fachtagung veranstalten.

Veranstaltungen, wie der Tag des offenen Wohnprojekts am 9. Mai oder die Infobörse am 26. September, werden über die Website und über den Newsletter kommuniziert.

 

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung ließen wir den Abend mit allen anwesenden Netzwerk-Mitgliedern mit Gesprächen, Getränken und Snacks ausklingen.

Vielen Dank für die gemeinsame Arbeit und Unterstützung!

 

Einzug im Mitgliedsprojekt Wohnen am Klostergarten

Kürzlich konnte ein weiteres Netzwerk-Mitgliedsprojekt die Bau-Fertigstellung verkünden und die Bewohner:innen einziehen.

Wir freuen uns sehr, dass das frisch bezogene Projekt "Wohnen am Klostergarten" der OEKOGENO eG aktuell auch medial Aufmerksamkeit erhält.

In der Frankfurter Neue Presse wird über den Einzug der ersten Bewohner:innen berichtet. Auf sehr schöne Weise beschreibt der Artikel das neue Zusammenleben der Gemeinschaft und die trubelige Kennenlernphase. Die Bewohner:innen berichten von ersten schönen Momenten und besonders lebendig wird dabei auch der große Klostergarten beschrieben, der im Rahmen einer solidarischen Landwirtschaft gemeinsam bewirtschaftet wird. Das macht Lust auf mehr und gibt einen tollen Einblick in das, was dieses Projekt ausmacht.

Hier vorab ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel:

„Hier ergeben sich Verabredungen, ohne dass man etwas konstruieren muss“, erzählt sie. Einmal wollte sie mit den Kleinen zum Kinderturnen. Doch Sohn und Tochter seien lieber mit Ingrid Meyer in den Garten gegangen, um Blumen zu pflanzen. Jemand brachte Kuchen, ein anderer kochte Kaffee, ein Dritter stieß mit seiner Trompete dazu. „Es ist schön, wie sich hier Dinge spontan und unaufgeregt entwickeln können.“

Auch in einer Dokumentation in der ARD Mediathek wird das Projekt im Kontext der Frage beleuchtet, wie bezahlbarer Wohnraum entstehen kann, der sich an den Bedürfnissen der Bewohner:innen orientiert. Ab Minute 14 zeigt die Doku Eindrücke von der Baustelle und begleitet eine Familie bei der Besichtigung ihres künftigen Zuhauses.

Für Interessierte am gemeinschaftlichen Wohnen: Aktuell gibt es noch freie Wohnungen in diesem Projekt.

Hier können Sie sich die Beiträge anschauen.

Zur ARD-Doku: Wie stoppen wir die Mietkrise? Doku zur ARD Mitmachaktion #besserwohnen

Zum Zeitungsartikel: 68 Menschen ziehen ins Kloster Ilbenstadt und starten ein Experiment

Zum Wohnprojekte-Profil: Wohnen am Klostergarten Ilbenstadt

Frankfurt senkt Erbbauzinsen – ein Erfolg für gemeinwohlorientiertes Wohnen

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main hat mit dem Beschluss M 213/2025 neue Leitlinien für die Vergabe städtischer Grundstücke im Erbbaurecht beschlossen.

Zentral ist die Absenkung des Erbbauzinssatzes für gemeinwohlorientierte Wohnraumbewirtschaftung. Künftig kann der Zinssatz bei entsprechenden Konzepten auf 1,5%  oder unter Umständen auch auf bis zu 1% reduziert werden (z.B. bei geförderten Wohnungen, die gemeinwohlorientiert bewirtschaftet werden). Davon profitieren gemeinschaftliche Wohnprojekte, Genossenschaften und andere nicht gewinnorientierte Träger.

"Für eine gemeinwohlorientierte Wohnraumbewirtschaftung wird analog zu bereits beschlossenen Förderprogrammen der Erbbauzinssatz auf 1,5% des Bodenwertes reduziert. Das Amt für Wohnungswesen bestätigt die Gemeinwohlorientierung auf Grundlage der jeweils geltenden rechtlichen Bestimmungen." Die Reduzierung ist schuldrechtlich und wird alle 5 Jahre überprüft.

Diese Entwicklung ist auch ein Ergebnis des langjährigen Engagements des Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen. Mit einer Kampagne und zahlreichen Unterstützer:innen hatte das Netzwerk bereits 2021 die Notwendigkeit niedrigerer Erbbauzinsen betont, um die Realisierung solcher Projekte zu erleichtern.

Neben der Zinssenkung führt der Beschluss verbindliche Standards für Erbbaurechtsverträge ein und stärkt die Ausrichtung der Grundstücksvergabe am Gemeinwohl. Kriterien wie bezahlbare Mieten und langfristige Nutzungsperspektiven gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

Der Beschluss setzt ein dringend notwendiges Signal für die Stärkung gemeinwohlorientierten Wohnens in Frankfurt, damit es langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum gibt.

 

 

Aktuelle Ausschreibung: Konzeptvergabe für den Paradieshof in Alt-Sachsenhausen

Die Stadt Frankfurt am Main schreibt im Rahmen des Stadterneuerungsverfahrens Alt-Sachsenhausen die Liegenschaft Paradiesgasse 23 („Paradieshof“) zur Konzeptvergabe aus. Ziel ist die Vergabe eines Erbbaurechts unter Einbeziehung eines Investitionskostenzuschusses von bis zu 4,5 Mio. Euro. Die Ausschreibung richtet sich an natürliche und juristische Personen, die ein innovatives, sozial und ökologisch nachhaltiges Nutzungskonzept entwickeln möchten.

Wichtige Eckdaten:
Standort: Paradiesgasse 23, 60594 Frankfurt am Main
Verfahrensart: Nichtoffener Wettbewerb mit zweistufigem Konzeptvergabeverfahren
Frist für Teilnahmeanträge: 30. April 2026, 12:00 Uhr
Investitionskostenzuschuss: Bis zu 4,5 Mio. Euro, gekoppelt an Mietpreisbindung
Erbbauzeit: Voraussichtlich 60 Jahre

Schwerpunkte der Ausschreibung:

Bewertungskriterien:

Ablauf:

Es handelt sich hierbei nicht um das klassische Frankfurter Konzeptverfahren für gemeinschaftliches Wohnen, sondern um ein zweistufiges Konzeptvergabefahren mit vorgezogenem Teilnahmewettbewerb. Dies setzt von Beginn an eine deutlich unternehmerische Struktur voraus. Wir freuen uns, wenn sich gemeinschaftliche Wohninitiativen bewerben, da diese innovative Wohn- und Lebensform in den lebendigen Stadtteil passt und zur nachhaltigen Staadtentwicklung beiträgt. Wir kennen allerdings über die Ausschreibung hinaus keine Details zum Verfahren oder zur Liegenschaft.

Zu den Ausschreibungsunterlagen
E-Mail für Rückfragen: cnenqvrftnffr@ofzs.qr

 

 

 

Konzeptverfahren in Wiesbaden "Hofgut Klarenthal"

In Wiesbaden startet ein Konzeptverfahren für das Hofgut Klarenthal.
Planungsziel ist die denkmalgerechte Sanierung, der Erhalt und der langfristige Betrieb der Anlage.

Die Konzeptverfahren startet am 27. Februar 2026.
Eine Infoveranstaltung mit Rückfragenkolloquium ist am 18. März 2026.
Die finale Abgabe ist für September 2026 anberaumt.

Weitere Informationen und Unterlagen sind auf der Website der Stadt Wiesbaden zu finden.

Die Stadt Wiesbaden informiert auf der Website auch über weitere Vergaben, wie das am 16. Februar gestartete Bauherrenauswahlverfahren zum Neuen Wohnen in Breckenheim. Planungsziel ist der Bau von Gemeinschaftsnutzungen und Wohnungen für verschiedene Zielgruppen auf einem ehemaligen Schulgelände im alten Ortskern Breckenheims. Zur Bewerbung sind Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften oder ähnliche Unternehmen aufgefordert. Gemeinwohlorientierte Unternehmen werden bei der Auswahl bevorzugt.