Projekt:
Frankfurt House
Yvonne Ford
Uli Alberstötter
Darmstädter Landstr. 109
60598 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 61 87 53
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Frankfurt House

Vielfalt unter einem Dach

Ein Hausprojekt mit 40-jähriger Geschichte

Seit Mitte der 70er ist das Haus ein Wohnprojekt mit dem Ziel, verschiedenen Menschen unter einem Dach ein gemeinsames Wohnen zu ermöglichen. Auch heute noch lebt eine der MitbewohnerInnen aus der Anfangszeit des Projekts im Haus – der zweitälteste verbringt seit bald 30 Jahren sein Leben unter dem gemeinsamen Dach. 50 Jahre Altersunterschied besteht zwischen der Ältesten und dem Jüngsten im – man kann es so sagen – Mehrgenerationenhaus.

Doch nicht nur das Alter ist es, was die MitbewohnerInnen unterscheidet. Herkunft, Berufliches und verschiedene familiäre Hintergründe kommen hier zusammen – tolerieren, akzeptieren, achten sich. Alle schätzen genau das, die offene Gemeinschaft und Toleranz unterschiedlicher Lebensentwürfe, die sich im Rahmen des gemeinsamen Wohnprojekts begegnen können, wie es sonst vermutlich selten möglich wäre. Das letztendlich im Vergleich eher kleinere Projekt (mit diversen Haus- und Hoftieren) nutzt als zentralen Ort der Kommunikation die einzige Küche, die es im Haus gibt. Der Ort an dem sich alle immer wieder über den Weg laufen, wenn sie sich auf „Nahrungssuche“ befinden; beim Wunsch die Zeitung zu lesen aufeinander treffend, entwickeln sich Gespräche über „Gott und die Welt“. So wird spontan gemeinsam gekocht oder am Wochenende ein Kuchen für alle am Nachmittag angekündigt.

Die ständigen Gelegenheiten schaffen Gemeinsamkeiten, man schmiedet gemeinsame Pläne, um sich (sozial und umweltverträglich) zu engagieren, und spricht über dies und das, was es doch immer wieder in alten Häusern zu tun und zu erneuern gibt. Ein schönes, altes Haus braucht Einsatz und Pflege, damit es ein Ort der Freude für die Begegnung bleibt. Trotz allem gibt es natürlich auch zum Wohnen gehörende regelmäßige Aufgaben, um die sich gekümmert werden muss. Deshalb sind Zuständigkeiten verteilt und jeder Einzelne trägt sein Teil zum Gelingen bei.

Davon profitieren seit nun rund 40 Jahren auch regionale Initiativen, Vereine und Gruppen, denen die BewohnerInnen Raum in Haus und Garten zur Verfügung stellen: Das Frankfurt House als gemeinschaftlicher Wohnraum und Raum für soziales und kulturelles Engagement.

Seit Frühling dieses Jahres wird auch die Geschichte des Hauses, die vor diesen vierzig Jahren Wohnprojekt liegt, immer deutlicher. Die Zusammenarbeit mit einem Stadtteilhistoriker der Polytechnischen Gesellschaft macht es möglich, mehr über die vorherigen Bewohnerinnen und Bewohner der Darmstädter Landstraße 109 zu erfahren.

Das Haus war ursprünglich als Wohnhaus der Brauereifamilie Henrich gebaut worden. Die Nutzung während und nach dem zweiten Weltkrieg wird gemeinschaftlich erforscht: Diakonissen betrieben hier in den 50er Jahren zum Beispiel einen Kindergarten. Hier geht die Forschung weiter und der Austausch mit Zeitzeugen steht bevor.

Die Vielfalt, die in diesem Haus seit der Erbauung erlebt wurde, ist aber keineswegs bloße Geschichte sondern auch heute noch Inspirationsquelle und Grundlage für das Zusammenleben in der Hausgemeinschaft – nicht nur ein „Nebeneinanderherleben“, um in Frankfurt kosten- und ressourcenschonend Wohnen zu können. Gemeinsamer Alltag, der Austausch mit offenen Begegnungen und gemeinsamen Feierlichkeiten mit ehemaligen MitbewohnerInnen, Familie und Freunden sind das Ziel – in diesem Haus mit viel Seele an der Darmstädter Landstraße in Frankfurt am Main.